Island
Geschichte
Vor dem ersten Weltkrieg gab es in Wien einige Islandfreunde, die in isländischen Quellen gerühmt werden: Baron Dr. Hans Krticka von Jaden und der bekannte österreichische Islandspezialist Dr. h.c. Josef Calasanz Poestion. Andere Österreicher publizierten über ihre Islandreisen wie zum Beispiel Erich Zugmayer, Jaques Jaeger und Ludwig Klinenberger.
Nach dem ersten Weltkrieg half das bevölkerungsarme und finanziell sehr schwache Island Österreich mit einer Spende von 50.000 Kronen. In der Folge kam es in Wien zur Gründung eines Skandinavischen Klubs, dessen Präsident der bereits oben erwähnte Dr. Hans Krticka von Jaden war. Im Rahmen dieses Klubs gab es einen "Islenzkur klubbur" (isländischen Klub), auf den in den Mitteilungen des Skandinavischen Klubs immer wieder Bezug genommen wird.
Diesem isländischen Klub gelang es , die damals berühmtesten isländischen Dichter Jón Sveinsson (Nonni) und Gunnar Gunnarsson nach Wien zu bringen. Viele isländische Ärzte kamen damals zur Vervollständigung ihrer Ausbildung nach Wien. Zur Tausendjahr-Feier der Gründung des isländischen Parlaments im Jahre 1930 wurde in der Wiener Hofburg eine Ausstellung der Islandbilder des österreichischen Malers Prof. Theo Henning gezeigt.
Die Sondermarken, welche die königlich isländische Postverwaltung aus diesem Anlass herausbrachte, wurden in Wien nach den Bildmotiven des österreichischen Künstlers Ludwig Hesshaimer gedruckt. Dies verdankte Österreich der grossen Reputation dieses Klubs in Island. Im Jahre 1938 wurde dieser Klub zwangsweise aufgelöst.
Nach 1945 versuchte man diese Tradition im Rahmen der Aktivitäten des Österreich-Hauses im Palais Palffy fortzusetzen. Am 14. 03. 1967 wurde die Gründung der Österreichisch-Isländischen Gesellschaft in Wien durch Nichtuntersagungsbescheid der Magistratsabteilung 62 ermöglicht. Der erste Präsident war Herr Direktor Ivan Wimpfen, Generalsekretär Herr Direktor Herbert Prack..
Dem Unterfangen war damals wenig Glück beschieden. Es gab zwar einige Veranstaltungen im Palais Palffy, so erinnere ich mich, dass dort einmal Frau Professor Svanhvit Egilsdottir isländische Lieder sang, aber die Gesellschaft musste mangels eines ordnungsgemässen Vereinsvorstandes am 13. 09. 1962 aufgelöst werden.
Die derzeit bestehende Österreichisch-isländische Gesellschaft in Wien wurde von der Bundespolizeidirektion Wien mit Bescheid Zl. 10-2734 am 02. 01. 1980 genehmigt. Sie besteht seither unverändert. Gründer war der jetzige Ehrenpräsident Prof. Mag. Helmut Neumann, Obmann ist Ing. Johann Dostal. Es wurden bereits mehrere Island-Studienreisen für ihre Mitglieder durchgeführt. Im Jahre 1984 wurde in und mit der Österreichischen Nationalbibliothek im Prunksaal die grosse Ausstellung "Island und das nördliche Eismeer" veranstaltet. |